Auf Erkundungstour in Tschechien

25. Oktober 2010

Unser Nachbarland Tschechien hat viel zu bieten und zieht jedes Jahr unzählige Touristen an. Die meisten Besucher strömen hierbei immer noch nach Prag, in die zweifelsohne sehr sehenswerte Hauptstadt des Landes. Neben der Stadt Prag hat Tschechien aber noch viele weitere Sehenswürdigkeiten und Regionen, die es zu bereisen lohnt.

Der Böhmerwald gilt als das grüne Dach Europas und ein Trip dorthin lässt sich wunderbar mit einigen Nächten Aufenthalt in Prag kombinieren. Am besten startet man in Prag – günstige Flüge dorthin findet man problemlos im Internet. Viele deutsche Fluglinien fliegen die tschechische Hauptstadt zu überaus akzeptablen Preise an. Im schönen Prag kann man dann gut und gerne einige Tage bis eine Woche verbringen, denn es gibt genug zu erkunden und zu erleben. Wer anschließend mehr vom Land sehen möchte mietet sich am besten in einer Autovermietung vor Ort einen Wagen. Das ist in Tschechien günstiger als in Deutschland und ermöglicht ihnen zudem eine flexible Routenplanung. Eine passende Autovermietung in Prag zu finden dürfte hierbei kein Problem sein. Fragen Sie einfach in einer offiziellen Touristeninformation vor Ort nach und lassen Sie sich einige seriöse Anbieter empfehlen.

Erst einmal im Böhmerwald angekommen erwartet einen wunderschöne und größtenteils noch unbelastete Natur. Der Böhmerwald besticht durch das Zusammenspiel von malerischen Bergen und weitläufigen Wäldern. Grüne Täler und kleine Bäche begeistern ebenso wie Moorlandschaften und klare Seen. Zu besichtigen gibt es neben der Natur auch historische Denkmäler, wunderschön gelegene kleinere Städte und alte Ruinen. Das alles ist mit einem Mietwagen gut zu erreichen, da die Region über ein dichtes und gut ausgebautes Straßennetz verfügt. Zwar gibt es auch Eisenbahnlinien und Buslinien. Die Reise mit dem Mietwagen ist jedoch empfehlenswerter aufgrund der ohnehin niedrigen Preise in Tschechien. Zudem erleichtert der Gang zur Autovermietung sowohl die Fahrt von Prag in die Region Böhmerwald als auch das Vorankommen vor Ort. Einer intensiveren Erkundungstour durch Tschechien, die sich nicht nur auf einen Besuch in der Hauptstadt beschränkt, steht also nichts mehr im Wege!

Geschichte der Stadt Hammern im Böhmerwald

17. Juni 2010

Hammern oder Hamry na Šumavě liegt im nördlichen Böhmerwald, nah an der bayerischen Grenze. Als im 13. Jahrhundert das Künische Gebirge unter der Regentschaft von Albrecht III. von Bogen besiedelt wurde, entstand wahrscheinlich auch Hammern. Dieser Herrschergeschlecht verschwand jedoch schon bald wieder, so dass der Ort im Jahre 1273 böhmisch wurde.

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorf Hammern lässt sich für das Jahr 1429 finden. Entlang des Flusses Úhlava führte nach Bayern die sogenannte Eisenstraße, da in dem Gebiet um Hammern Eisenerze abgebaut wurden, der Fluss diente als Antrieb für Eisenhämmern. 1617 war Hammern eines von acht künischen Dörfer mit Gerichtssitzen. Zur selben Zeit etwa ist hier auch die erste Glashütte entstanden, bis zum 19. Jahrhundert werden weitere Hütten folgen. Die Glashütten entwickelten einen starken Materialbedarf, Flusssieder und Aschenbrenner wurde in Folge angesiedelt. 1890 ging die Zeit der Glashütten jedoch zu Ende.

Im Jahre 1731 errichtete man die Kirche zum Heiligen Kreuz im Ortsteil Kreutzwinkel, die 1952 von den Kommunisten gesprengt wurde. Heute erinnert ein Gedenkstein an sie. Im späteren 18. Jahrhundert, ab 1773 wanderten Familien aufgrund wirtschaftlicher Nöte aus Hammern und der Gegend nach Übsersee aus, Brasilien und Nordamerika waren das Ziel. Im Jahr 1830 gründeten Bauern eine Genossenschaft und erwarben drei Jahre später den Gerlwald, der zur Gerlhütte gehörte. Den Wald bewirtschafteten sie fortan gemeinschaftlich.

Im Jahre 1850 hatte Hammern 1225 Einwohner, die Katasterfläche belief sich auf 3530 Hektar und war damit nur unwesentlich geringer als heute. 1874 hielt der Fortschritt Einzug in Hammern, die Eisenbahngesellschaft Pilsen–Priesen baute die Strecke von Neuern nach Markt Eisenstein. Nach der Fertigstellung des Spitzbergtunnels konnte 1877 im Bahnhof Hammern-Eisenstraß der erste Zug halten. Im wirtschaftlichen Bereich entstand neuer Aufschwung durch die Pezoldsche Papierfabrik im Bereich Holzverarbeitung.

Nach dem Ersten Weltkrieg endete die Herrschaft der Habsburger, die österreich-ungarische Doppelmonarchie hörte auf zu existieren. Die Tschechoslowakei wurde als neuer Vielvölkerstaat gegründet. Der Zweite Weltkrieg ging ebenfalls nicht spurlos an Hammern vorüber. In Folge des Münchner Abkommens kam Böhmen zum 1938 zum Deutschen Reich und war von 1939 bis 1945 ein Teil des Landkreis Markt Eisenstein. Im Mai 1945 eroberten amerikanische Truppen die Gegend. Hammern wurde erneut der Tschechoslowakei zugeteilt. Die neue Regierung siedelte mehr und mehr Tschechen in der Gegend an, ab 1946 wurde der Großteils der deutschen Bewohner nach Bayern vertrieben.

Im Zusammenhang mit der Errichtung des Eisernen Vorhangs im Kalten Krieg entstand im Jahre 1948 in Zadní Hammern eine Kaserne. Die Papierfabrik des Ortes wurde in den 1960er Jahren geschlossen. Im Jahre 1969 entstand zur Trinkwassergewinnung die Talsperre Nýrsko. Ab 1975 wurde Hamry/Hammern mehrfach umgemeindet, seit 1992 besteht erneut eine Gemeinde Hamry wieder.