Die weit über 100 km lange Bergkette des Böhmerwaldes ist aus gutem Grunde zu einem beliebten Ziel für Urlaube oder Ausflüge verschiedenster Art geworden. Nicht nur die Bewohner des deutsch-tschechisch-östereichischen Grenzgebietes schätzen die wunderbare Natur und die vielen historischen Bauwerke der Gegend, sondern aus ganz Deutschland machen sich Urlauber jedes Jahr auf die Reise in den Böhmerwald, um in die besondere Atmosphäre der Gegend einzutauchen. Besonders Naturliebhaber und Leute, die sich für alte Burgen und Schlösser interessieren, sind hier goldrichtig.
Eine der vielen sehenswerten Burgen im Böhmerwald ist die Burg Kašperk (zu deutsch Karlsberg) im Tschechischen Gebiet des Böhmerwaldes gelegen. Leider ist heute nicht viel mehr als eine Ruine des 1365 errichteten Bauwerkes übrig, doch eine Besichtung der beeindruckenden Anlage lohnt sich natürlich nichtsdestotrotz. Kaum nähert man sich den Ruinen, beginnen sie auch schon die Geschichte der Burg zu erzählen. Denn die Wahl des Standortes der Burg ist bemerkenswert: Genau an einem Felsrücken in 886 Metern Höhe gelegen, wird ihr primärer Zweck schnell offensichtlich. Denn unweit der Burg befinden sich mehrere Goldminen, die es offenbar von der Burg aus zu schützen galt. Strategisch war der Standort der Burg als überaus geschickt ausgewählt.
Verantwortlich für den Bau der gotischen Burg war Karl IV, der einen gewissen Veit Hedvábný beauftragte, den Bau der Burg in die Hand zu nehmen. Die Errichtung lief problemlos und eine imposante Königsburg entstand. Dennoch wurde sie mehrfach verschiedenen Lehnsherren zur Verfügung gestellt, z.B. dem Erzbischof Johann OÄ?ko von WlaÅ¡im oder Jiřà von LokÅ¡an. Die solide Bauart und der strategisch gut gewählte Standort der Burg machten sich bezahlt, denn sie wurde in den folgenden Jahrhunderten nicht ein mal eingenommen. Dennoch begann man schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Burg zu vernachlässigen, so dass ein langsamer Verfall einsetze. Kaum 50 Jahre später, im Jahr 1617 wurde sie dann bereits nicht mehr genutzt.
Die vielen Jahrhunderte des Brachliegens haben in der Burg deutliche Spuren hinterlassen, die eine Besichtigung umso spannender machen. Neben der beeindruckenden Ruinen der Burg Karlsberg und der umwerfenden Kulisse des Böhmerwaldes gibt es kaum 400 Meter von der Burgruine entfernt die Reste einer vorgeschobenen Befestigung der Burg zu sehen, die wie die ursprüngliche Burg noch aus gotischer Zeit stammen und überaus sehenswerte Überbleibsel dieser so spannenden Zeit darstellen.