Der Nationalpark Sumava

Auf der zur Tschechischen Republik gehörenden Seite des Böhmerwaldes (tsch. Sumava) gibt es das etwa 168 000 ha großes Biosphärenreservat Sumava, von denen eine Fläche von mehr als 68 000 ha zum Nationalpark erklärt wurde. Der Nationalpark Sumava stellt eines der artenreichsten und größten Schutzgebiete in Mitteleuropa dar. Er liegt nahe des Dreiländerecks zwischen der Tschechischen Republik, der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich. Zu Zeiten des kalten Krieges war dieses Gebiet eine streng bewachte Grenzregion und Ansiedlungen von Menschen wurden tunlichst eher nicht befördert. So konnte sich hier die Natur weitgehend unbeeinflusst vom Menschen entfalten und ähnlich wie an der innerdeutschen Grenze entstanden fast unberührte Refugien für viele Tier- und Pflanzenarten.

Der Nationalpark und das Biosphärenreservat befinden sich unweit der Städte Cesky Krumlow, Susice und Vimperk. Bedingt durch die angesprochene Grenzlage konnte sich der Böhmerwald in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wirtschaftlich kaum entwickeln und ist stark ländlich geprägt. Im Bereich des Nationalparks leben gegenwärtig kaum mehr als 1000 Menschen, die sich auf 7 kleine Gemeinden verteilen. Die Form der Landschaft stellt sich als typisch für ein Mittelgebirge dar, wenn auch die höchste Erhebung mit dem Plöckenstein beachtliche 1378 m vorweisen kann. Die urwaldähnlichen Wälder werden von Fichten dominiert. Die wenigen landwirtschaftlich genutzten Flächen sind in der Regel deutlich strukturiert und werden von Hecken und Baumgruppen eingefasst, an die sich oft Streuobstwiesen anschließen. Die im Böhmerwald entspringenden Flüsse Otava und Moldau haben hier noch den Charakter von Gebirgsflüssen und weisen eine hohe Strömungsgeschwindigkeit sowie einen hohen Sauerstoffgehalt auf. Dies bietet hervorragende Lebensbedingungen für viele Salmoniden wie Forellen und Äschen.

Im Nationalpark existieren ausgedehnte Hochmoore mit einer großen Anzahl seltener Pflanzen. Auch zahlreiche Tierarten konnten sich in die dichten Wälder des Böhmerwaldes zurück ziehen und finden hier weitgehend ungestörte Lebensbedingungen vor. Vor allem der Luchs hat sich sehr gut eingelebt und konnte sich ohne Zutun des Menschen vermehren. Von der Verwaltung des Parks wird eine wissenschaftliche Zeitschrift heraus gegeben. Die “Silva Gabreta” , wie der Böhmerwald von den alten Römern genannt wurde, erscheint in regelmäßigen Abständen.

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