Der Nationalpark Sumava

21. Juli 2011

Auf der zur Tschechischen Republik gehörenden Seite des Böhmerwaldes (tsch. Sumava) gibt es das etwa 168 000 ha großes Biosphärenreservat Sumava, von denen eine Fläche von mehr als 68 000 ha zum Nationalpark erklärt wurde. Der Nationalpark Sumava stellt eines der artenreichsten und größten Schutzgebiete in Mitteleuropa dar. Er liegt nahe des Dreiländerecks zwischen der Tschechischen Republik, der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich. Zu Zeiten des kalten Krieges war dieses Gebiet eine streng bewachte Grenzregion und Ansiedlungen von Menschen wurden tunlichst eher nicht befördert. So konnte sich hier die Natur weitgehend unbeeinflusst vom Menschen entfalten und ähnlich wie an der innerdeutschen Grenze entstanden fast unberührte Refugien für viele Tier- und Pflanzenarten.

Der Nationalpark und das Biosphärenreservat befinden sich unweit der Städte Cesky Krumlow, Susice und Vimperk. Bedingt durch die angesprochene Grenzlage konnte sich der Böhmerwald in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wirtschaftlich kaum entwickeln und ist stark ländlich geprägt. Im Bereich des Nationalparks leben gegenwärtig kaum mehr als 1000 Menschen, die sich auf 7 kleine Gemeinden verteilen. Die Form der Landschaft stellt sich als typisch für ein Mittelgebirge dar, wenn auch die höchste Erhebung mit dem Plöckenstein beachtliche 1378 m vorweisen kann. Die urwaldähnlichen Wälder werden von Fichten dominiert. Die wenigen landwirtschaftlich genutzten Flächen sind in der Regel deutlich strukturiert und werden von Hecken und Baumgruppen eingefasst, an die sich oft Streuobstwiesen anschließen. Die im Böhmerwald entspringenden Flüsse Otava und Moldau haben hier noch den Charakter von Gebirgsflüssen und weisen eine hohe Strömungsgeschwindigkeit sowie einen hohen Sauerstoffgehalt auf. Dies bietet hervorragende Lebensbedingungen für viele Salmoniden wie Forellen und Äschen.

Im Nationalpark existieren ausgedehnte Hochmoore mit einer großen Anzahl seltener Pflanzen. Auch zahlreiche Tierarten konnten sich in die dichten Wälder des Böhmerwaldes zurück ziehen und finden hier weitgehend ungestörte Lebensbedingungen vor. Vor allem der Luchs hat sich sehr gut eingelebt und konnte sich ohne Zutun des Menschen vermehren. Von der Verwaltung des Parks wird eine wissenschaftliche Zeitschrift heraus gegeben. Die “Silva Gabreta” , wie der Böhmerwald von den alten Römern genannt wurde, erscheint in regelmäßigen Abständen.

Der Moldaustausee

18. März 2011

Besonders für Naturfreunde ist ein Böhmerwald-Urlaub wirklich zu empfehlen. In der touristisch gut erschlossenen und landschaftlich überaus reizvollen Gegend gibt es für sportlich aktive jede Menge Angebote für einen gelungenen Aktiv-Urlaub. Eines der Highlights im Gebiet des Böhmerwaldes ist der Moldaustausee, der mit einer Fläche von 4650 Hektar und einem Volumen von 306 Millionen Kubikmetern der flächenmäßig größte See der Tschechischen Republik ist. Auf einer Länger von 48 km und einer Breite von 10 km bietet der See besonders im Sommer jede Menge Möglichkeiten, sich die Zeit auf angenehme Weise zu vertreiben. Von Deutschland gelangt man am besten über den Grenzübergang Philippsreut zum See.
Der Grund für die Beliebtheit des Sees und des gesamten Gebietes des Böhmerwaldes ist nur zu offensichtlich: Landschaftlich ist die Gegend einfach traumhaft! Die Natur um den Moldaustausee ist sehr gut erhalten und die Tier- und Pflanzenvielfalt entlang der Ufer ist beeindruckend. Doch völlig unberührt sind der See und die Region um ihn herum deshalb keinesfalls. Im Gegenteil, das touristische Angebot, das natürlich sowohl auf sportliche Betätigung als auch auf Ruhe und Erholung setzt, ist wirklich ansehnlich.
So gibt es die Möglichkeit auf dem See Kajak zu fahren oder zu Segeln und ebenso an den regelmäßig stattfindenden Wettbewerben teilzunehmen. Auch Kanus können ausgeliehen werden und bieten den Urlaubern eine wunderbare Möglichkeit, die herrliche Natur um den See aus einer tollen Perspektive zu erleben und zu genießen. Ebenso kann man natürlich auch Schwimmen und Rudern. Das Fahren von Motorbooten hingegen ist verboten, was für Ruhe sorgt und sicherstellt, dass rüpelhafte Motobootfahrer den anderen Urlaubern nicht die schöne Zeit vermiesen.
Wer es lieber trocken mag, der kann es sich natürlich auch an Land gut gehen lassen. Die Gegend lädt zu langen oder kurzen Wanderungen ein und auch für Radfahrer stehen genügend gut ausgebaute Wege zur Verfügung – einer der schönsten Radwege führt zum Beispiel einmal ganz um den See herum.
Wer es lieber ganz ruhig mag, der kann auch seine Angel mit zum Moldaustausee bringen und sein Anglerglück versuchen. Die Chancen nicht mit leeren Händen nach Hause gehen zu müssen stehen sehr gut, denn der See ist bekannt für seinen Fischreichtum.